Von der geduldigen Ungeduld

Kommen dir folgende Situationen bekannt vor?

„Schaaaatz wo sind denn meine Socken?“

„Liebling, hast du den Müll rausgestellt?“

„Jaaaaha, mach ich sofort!“

„Kannst du mal eben……“

„OH, MAN, ist das soo schwer, das Geschirr in statt auf den Geschirrspüler zu stellen?!“

Solche und viele andere Sätze dieser Art sind unsere tägliche Sprache und führen zu körperlichen Stress, Unzufriedenheit und Missstimmung.

Klar, dass weiß doch jeder – wirst du dir jetzt beim Lesen denken. Was hat das mit Ungeduld, Männer und Haushalt und mit mir zu tun? Ist doch normal, macht doch jede/jeder. Ist eben Alltag.

Genau darum geht’s hier. Im Beruf und Schule hast du doch schon genug Stress. Mir geht’s darum – Wie kann der Stress Zuhause gemindert werden und was braucht es dazu.

Dabei fällt mir gerade der Kalauer ein: Wenn dir dein Mann sagt er macht das gleich, dann brauchst du ihn nicht alle 6 Monate daran zu erinnern 😉

Wie kommt es dazu, dass uns diese und andere Situationen stressen und vielleicht sogar explodieren lassen?

WEIL WIR NICHT GELERNT HABEN GEDULDIG ZU SEIN!

Wir leben in einer Zeit voll Termine, Aufgaben. Werden von Medien umspült und wollen alles gleichzeitig erledigen. Frauen sind eben Multitasking. Erkennst du dich etwas wieder?

Kommt dir dann die glorreiche Idee Aufgaben an deinen Partner oder die Kinder zu delegieren, passiert es, dass diese Aufgaben ganz anders erledigt werden, als wenn du es selber tust. Resultat: Du nörgelst, kritisiert und bist mit dem Ergebnis unzufrieden.

Mein Vorschlag, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen:

Übe dich in Geduld – schau dir das Ergebnis nach kurzem Durchatmen nochmal an und überlege, ob es nicht doch gut ist – wenn auch ANDERS.

Bei erledigten Aufgaben die völlig daneben gegangen sind: Zeig deinem Partner oder deinem Kind wie du es gerne hättest.

Wichtig hierbei ist jedoch nicht in die Vorwürfe, Schuldzuweisungen oder ins Ärgernis zu gehen. -Atme tief durch – und erkläre wie diese Aufgabe besser gemacht werden könnte.

Hier ein Beispiel: Partner wurde gebeten Staub zu wischen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wird diese Aufgabe in Angriff genommen und sorgfältig um alle Gegenstände herumgewischt. Du bist damit natürlich nicht zufrieden, denn du hast aus deinem Elternhaus gelernt, dass alle Gegenstände abgeräumt, dann feucht abgewischt und anschließend trocken nachgeputzt wird. Dann erst werden die Gegenstände abgestaubt und dekorativ wieder an den Platz gestellt.

Dies alles weiß dein Partner vielleicht nicht. Daher hat er natürlich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und ist völlig perplex, wenn du nicht zufrieden bist.

Die Lösung hierbei: Entweder vorher besprechen, wie Staub gewischt wird, oder hinterher ohne Vorwürfe diesen Vorgang zeigen und auch erklären, warum du es so machst. So wird dieser Auftrag beim nächsten Mal sicher zu deiner Zufriedenheit erledigt.

Sehr oft höre ich in meinen Gesprächen: Mein Mann hilft nie im Haushalt. Ich höre aber auch folgende Sätze: Oje, stell dir vor, da hat mein Man einmal die Wäsche und schon haben wir alles in Rosa.

Beim Nachfragen, ob diese Tätigkeit schon mal gemacht wurde, wird oft verneint. Wie soll also jemand der noch nie Wäsche sortiert und gewaschen hat diese doch komplexe Arbeit ohne Fehler erledigen?

Also geduldig sein, Fehler als Helfer für die Zukunft sehen und entspannt bleiben.

So kann das Familienleben zur stressfreien Zone werden.

Schau mal selber, wo dein Geduldsfaden dünn ist und überprüfe deine Gedanken dazu. Wer ist genervt? Du oder deine Mutter? Männer würden viel öfter im Haushalt helfen, wenn sie nicht anschließend von uns negiert würden oder wir zu ungeduldig werden.

Hier ist das Zauberwort: Lass, doch mal fünf Gerade sein 😉 und freu dich über Unterstützung, auch wenn diese nicht perfekt ist.

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